Mit der Saison 2025/26 begann für unsere Mannschaft ein neuer Abschnitt. Mit einem neuen Trainer an der Seitenlinie starteten wir in eine Spielzeit, die von Veränderungen, Herausforderungen, aber auch vielen positiven Entwicklungen geprägt sein sollte. Bereits in der Saisonvorbereitung wurde schnell deutlich, dass neue Wege gegangen werden sollten. Mit einem neuen Trainingskonzept, viel Tempo, intensiver Athletikarbeit und klaren taktischen Vorgaben sollte die Mannschaft körperlich und spielerisch auf ein neues Niveau gehoben werden. Auch wenn die Vorbereitung kräftezehrend war, fühlte sich das Team gut vorbereitet und als Einheit immer enger zusammengewachsen.
Der erste Gradmesser folgte mit dem Sparkassencup. Dort zeigte die Mannschaft bereits früh, welches Potenzial in ihr steckt. Mit viel Einsatz, Spielfreude und einer starken Teamleistung konnte das Turnier mit einem Platz auf dem Treppchen abgeschlossen werden. Dieser Erfolg gab Selbstvertrauen und sorgte für große Vorfreude auf den Start in die neue Verbandsligasaison.
Und diese Hinrunde sollte die Mannschaft eindrucksvoll bestätigen. Über weite Strecken spielte das Team eine starke erste Halbserie und musste lediglich zwei Niederlagen hinnehmen. Die erste davon kassierten wir auswärts beim HC Glauchau/Meerane, wo wir uns nach einem echten Handballkrimi denkbar knapp mit nur einem Tor geschlagen geben mussten. Die zweite Niederlage folgte im Heimspiel gegen den HSV Mölkau – Die Haie. Abgesehen davon präsentierte sich die Mannschaft konstant, kämpferisch und spielerisch auf einem hohen Niveau. Besonders die defensive Stabilität entwickelte sich dabei zu einer großen Stärke. Mit aggressiver Abwehrarbeit, schnellem Umschaltspiel und viel Tempo nach vorn gelangen wichtige Siege und starke Auftritte gegen direkte Konkurrenten.
Ein echtes Ausrufezeichen setzte die Mannschaft vor allem beim Auswärtssieg gegen den Tabellenführer aus Limbach-Oberfrohna. Trotz kleinerem Kader zeigte das Team dort eines seiner stärksten Saisonspiele und bewies eindrucksvoll, dass man mit Wille, Leidenschaft und Teamgeist auch gegen die Spitzenteams der Liga bestehen kann. So erspielten wir uns bis zum Jahreswechsel einen starken dritten Tabellenplatz – eine hervorragende Ausgangslage für die Rückrunde.
Doch schon in der ersten Saisonhälfte zeichnete sich ab, dass die hohe Belastung ihren Tribut fordern würde. So traf uns zum einen der langfristige Ausfall von Laura-Jane Briest, die sich im Spiel gegen den BSV Limbach-Oberfrohna einen Kreuzbandriss zuzog und damit für die restliche Saison ausfiel. Ein weiterer schwerer Rückschlag folgte ausgerechnet im letzten Spiel des Jahres 2025 gegen den Leipziger SV Südwest: Michelle Kaulfuß zog sich ebenfalls einen Kreuzbandriss zu und fiel damit ebenfalls für den Rest der Saison aus. Diese Verletzungen trafen die Mannschaft sportlich wie emotional enorm hart, da man nun mit dezimierten Rückraum Kader antreten musste.
Der Start in die Rückrunde verlief dementsprechend holprig. Krankheiten, Verletzungen und immer kleinere Kader bestimmten nun zunehmend den Alltag. Häufig standen nur wenige Wechselspielerinnen zur Verfügung, sodass Spielerinnen aus der 2. Mannschaft immer wieder aushelfen mussten, um überhaupt spielfähig zu bleiben. Umso bemerkenswerter war der Einsatz und Zusammenhalt innerhalb des gesamten Vereins. Spielerinnen wie Sina Schramm, Leonie Wieland oder Paula Kreher unterstützten uns regelmäßig und integrierten sich gut ins Team.
Sportlich zeigte die Mannschaft trotz aller Widrigkeiten weiterhin Moral und Kampfgeist. Viele Spiele verliefen ähnlich: starke erste Halbzeiten, intensiver Kampf und lange Phasen auf Augenhöhe – doch gegen Ende fehlten oft die Kräfte, um das Niveau über volle 60 Minuten zu halten. Besonders in der Rückrunde machten sich die personellen Probleme immer deutlicher bemerkbar. Verschlafene Anfangsphasen, fehlende Konsequenz im Abschluss oder schwindende Kraft in den Schlussminuten kosteten wichtige Punkte, und man konnte sich mit keinem Sieg belohnen.
Auch im Pokal sorgte das Team für emotionale Highlights. Nach einem dramatischen Sieg in letzter Sekunde gegen Grüna und Fraureuth zog die Mannschaft bis ins Viertelfinale des Landskron-Pokals ein. Dort wartete mit dem SSV Heidenau der Tabellenführer der Verbandsliga Ost. Zwar musste man sich letztlich geschlagen geben, dennoch zeigte die Mannschaft eine starke Leistung gegen einen hochklassigen Gegner. Besonders emotional war dabei das Comeback von Sarah Schmiedel, die nach längerer Pause direkt wieder Verantwortung übernahm und wichtige Treffer erzielte.
Im Verlauf der Rückrunde kamen weitere Verletzungen hinzu. Besonders bitter waren die Ausfälle beziehungsweise Verletzungen von Michelle Kreher oder Lisa Thierfelder, die zu den letzten Spielen ebenfalls fehlen sollten. Dennoch gab das Team nie auf und kämpfte Woche für Woche füreinander – unabhängig davon, wie schwierig die personelle Situation war.
Trotz der schwierigen zweiten Saisonhälfte darf nicht vergessen werden, dass die Mannschaft in nahezu jedem Spiel Charakter bewies. Oft hielt man gegen personell deutlich besser besetzte Teams lange mit, spielte über weite Strecken auf Augenhöhe und zeigte attraktiven Tempohandball. Besonders hervorzuheben ist dabei die Entwicklung des Teamzusammenhalts. Gerade in schwierigen Phasen rückte die Mannschaft noch enger zusammen und kämpfte füreinander.
Die Saison endete schließlich unglücklich. Das letzte geplante Heimspiel gegen die HSG Rückmarsdorf fiel aus, wodurch die Spielzeit vorzeitig beendet wurde. Sicherlich nicht der Abschluss, den sich Mannschaft und Fans gewünscht hätten. Dennoch überwiegt rückblickend nicht die Enttäuschung, sondern vielmehr der Stolz auf eine Mannschaft, die trotz aller Widrigkeiten nie aufgegeben hat.
Die Saison 2025/26 war geprägt von Höhen und Tiefen, emotionalen Spielen, großem Kampfgeist und enormem Zusammenhalt. Sie hat gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt – und dass man mit Leidenschaft, Wille und Teamgeist auch schwierige Phasen gemeinsam meistern kann. Genau darauf lässt sich für die kommende Saison aufbauen. 💚

